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Mrz 25

Vorbericht

Tag: sigi.hiss @ 10:30

Die Quelle & Basis meines Berichtes ist in der aktuellen Ausgabe 23 des World of Fine Wine unter dem Titel Bordeaux 2008 – Another turnaround vintage von Bill Blatch erschienen. Ihm gebührt das Lob für seinen sehr ausführlichen & fundierten Bericht über die Grundlagen des 2008er Jahrganges in Bordeaux. Wer mich kennt, weiss, dass ich nichts empfehle, von dem ich nicht zu 100% überzeugt bin, das World of Fine Wine ist mit Abstand das profundeste & wichtigste Weinjournal das existiert.  Viel lesenswerter, anspruchsvoller Text & weniger Bilder. Das sage ich nicht, weil ich dort als freier Autor publiziere.

Die Bedingungen eines Weinjahres werden immer auch schon teilweise im Jahr davor festgelegt oder sagen wir es so: Das Jahr zuvor hat für den Winzer einen greifbaren Einfluss auf das kommende bzw. aktuelle Weinjahr. Das gilt besonders für 2008 im Bordeaux. Die Anzahl der Fruchtansätze wird praktisch schon im Jahr zuvor, zumindest tendenziell, festgelegt. Nun war um den Juni 2007 schlechtes Wetter, was den Fruchtansatz in 2008 eher gebremst hat. Während des Farbumschlages der Trauben im August war es kalt & regnerisch, was die Vigorosität der Rebstöcke in 2008 sehr wahrscheinlich reduzierte.

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Der Frühling war wärmer & etwas feuchter als normal. Die ersten anschwellenden Knospen waren schon ab 22. Februar zu sehen, jedoch blieben sie verschlossen und niemand wusste so recht warum dies so war. Man interpretierte dies als ein Zeichen, dass sich 2008 Zeit lassen würde. Das Aufbrechen der Knospen ging bis in die erste Aprilwoche hinein & somit war der Vorsprung wieder dahin. Dann folgte eine Kälteperiode & die Knospen, die noch am Aufbrechen waren, erlitten grossen Schaden durch die Kälte. Vor allem Sauternes, das südliche Graves & Entre-Deux-Mers waren davon betroffen.

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Sommeranfang & die Zeit der Blüte. Die Vegetation war Ende April verspätet und ein sehr warmer & feuchter May sind eigentlich ideal für eine schnelle Vegetation, aber alles ging sehr langsam voran. Dann kam der Mehltau dazu, sogar noch früher als in 2007. Die Blüte startete Ende May & dauerte einen vollen Monat lang. Überall war leichtes Verrieseln bei den Weissweintrauben zu sehen. Zusammen mit einer ungleichmässigen Entwicklung der Beeren waren Ertragseinbussen unvermeidbar.

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Der Sommer „begann“ mit den letzten 2 trockenen Wochen im Juni. Die Temperaturen & die Sonnenscheindauer waren über der Norm & das Blattwerk bekam dadurch einen Wachstumsschub. Juli brachte durchschnittliche Temperaturwerte. Der August begann mit eher feucht & über die Hälfte der Tage war regnerisch. Dies bedingte dass der Farbumschlag der Trauben mitten in diese nasse Periode fiel & somit die Ungleichmässigkeit im Reifeverhalten noch grösser wurde. Die grüne Lese also war hier ein sehr wichtiger Arbeitsschritt.

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Erntezeit. Ab Mitte September kam dann ein zwar kühles aber trockenes Wetter das sich bis bis Mitte Oktober hielt & einiges an „Reparaturleistung“ darstellte. Man begann dann in der 2. Septemberwoche mit der Ernte der Weissweintrauben in Pessac-Leognan ohne Zeitdruck, denn die Rotweintrauben benötigten noch Zeit, um vollends auszureifen. Man begann dann mit dem Merlot um den 6. Oktober herum, mit dem Cabernet Sauvignon wurde ca. 3 Wochen später angefangen zu lesen.

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Sauternes begann mit den ersten Lesedurchgängen im September, die weiteren wurden dann im Oktober durchgeführt. Etwas feuchteres Wetter startete weitere Botrytis, die aber aufgrund folgender sehr kühler Tage nur sehr langsam voranschritt, trotzdem konnte man weitere Lesedurchgänge einbringen. Die Qualität dieser letzteren Durchgänge reichte jedoch nicht an die der Ersten heran. Am 27. Oktober kam wieder der Regen & einige Weingüter konnten nach dem Regen nochmals einen Lesedurchgang durchführen.

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